Rennergebnisse

Heimspiel für den RC Neulengbach beim MTB-Race Michelhausen/Mitterberg (13.6.26)

Manchmal müssen es gar keine UCI-Rennen oder internationale Starterfelder sein. Manchmal reicht ein MTB-Rennen vor der Haustür, ein Feuerwehrfest und eine gute Portion Begeisterung für den Radsport.

Genau das bot auch heuer wieder das MTB-Race Michelhausen/Mitterberg über 30 Kilometer im Tullnerfeld. Für den RC Neulengbach ist die Veranstaltung aufgrund der geografischen Nähe praktisch ein Heimrennen. Umso erfreulicher ist es, dass es solche Rennen überhaupt noch gibt. Leider werden familiäre Veranstaltungen dieser Art immer seltener. Gerade die Kombination aus Sportveranstaltung und Feuerwehrfest sorgt für eine gemütliche, heimelige Atmosphäre, die man bei den großen Rennen oft vermisst.

Der RC Neulengbach war mit vier Startern vertreten. Auch wenn das Starterfeld insgesamt eher überschaubar ausfiel, wurde auf der Strecke keineswegs gemütlich gefahren.

Mit Valerie stand erstmals unser Vereinsneuzugang an einer Startlinie für den RC Neulengbach und gleich am Stockerl. Matthias stellte sich erneut der Herausforderung in der schnellsten Altersklasse und durfte sich dort mit den stärksten Fahrern des Tages messen – als 13.ter leider in der Ergebnisliste wegen Handstoppung  „vergessen“. Christian und Leopold sorgten wiederum dafür, dass auch die „Pensionisten-Klassen“ ordentlich aufgemischt wurden mit einem zweiten und ersten Platz in ihrer AK!

Wie immer sah das Ganze von außen vermutlich leichter aus als es tatsächlich war. Während des Rennens ging es für alle ordentlich an die persönlichen Grenzen. Giftige Anstiege, hohes Tempo und die bekannten Diskussionen mit den eigenen Beinen gehörten selbstverständlich dazu. Im Ziel überwog jedoch bei allen das gleiche Gefühl: ein breites Grinsen im Gesicht und die Freude über einen gelungenen Renntag.

Für zusätzliche Freude sorgten schließlich auch die Stockerlplätze, die nach dem Rennen gebührend gefeiert wurden. Beim wohlverdienten Grillhendl und dem einen oder anderen elektrolytischen Regenerationsgetränk wurden die Rennen nochmals ausführlich analysiert.

Ein herzliches Dankeschön gilt den Organisatoren und den vielen Helferinnen und Helfern in Michelhausen. Solche Veranstaltungen sind für den regionalen Radsport enorm wichtig und verdienen jede Unterstützung.

Wir freuen uns jedenfalls schon auf die nächste Auflage und hoffen, auch 2026 wieder mit einer starken RC-Neulengbach-Mannschaft am Start zu stehen.

Ergebnisliste:

Instagramm: Instagram

YouTube: MTB Race Michelhausen / Mitterberg 2026 Short

2026-06-13Mitterbergrace

(Autor: Andreas Müller)

Rennergebnisse

Bericht vom UCI Gravel World Series, Polen 6.6.26

(Autor: Andreas Müller)

Fast am Stockerl – und wieder knapp an der WM/EC-Quali vorbei

Nach Velden stand mit dem UCI Gravel World Series Rennen „Gravel Adventure“ in Szklarska Poręba – Jakuszyce (Polen) eine weitere Gravel-WM/EC-Qualifikationsmöglichkeit auf dem Programm.

Mit 120 Kilometern und rund 2.400 Höhenmetern wartete eine völlig andere Herausforderung als zuletzt in Kärnten. Während Velden von schnellen Schotterpassagen, Windschattenfahren und großen Gruppen geprägt ist, geht es in Polen praktisch die gesamte Zeit nur bergauf oder bergab. Die Strecke führt überwiegend über Forststraßen durch die Wälder der Izerskie Berge und erinnert stellenweise eher an ein Marathon-MTB-Rennen als an ein klassisches Gravel-Rennen.

Besonders berüchtigt sind einige ruppigen Downhills. Genau dort hatte mein Rennen im Vorjahr ein abruptes Ende gefunden, als mir die vordere Felge brach und ich mit einem DNF die Heimreise antreten durfte. Das Ziel für heuer war daher klar definiert: Die schnellen und rauen Abfahrten mit etwas mehr Vernunft angehen, Material und Fahrer heil ins Ziel bringen und trotzdem ein gutes Rennen abliefern.

Am Vortag hatte es noch nahezu durchgehend geregnet, weshalb ich mit einer Schlammschlacht rechnete. Überraschenderweise präsentierte sich die Strecke aber in ausgezeichnetem Zustand. Zwar gab es unzählige riesige Pfützen und man kam sich stellenweise eher wie ein Slalomfahrer als wie ein Radfahrer vor, wirklich gatschig war es jedoch kaum. Die Bedingungen waren insgesamt deutlich besser als erwartet.

Ein weiterer Unterschied zu Velden ist die deutlich geringere Teilnehmerzahl. Während man in Kärnten oft stundenlang in Gruppen unterwegs ist, fährt man in Polen meist alleine durch die Wälder. Der Plan, sich möglichst lange an kleine Gruppen anzuhängen, war daher eher Wunschdenken. Am Ende verbringt man die meiste Zeit allein mit sich selbst, dem Garmin und den nächsten Anstiegen. Dafür hat die Strecke ihren ganz eigenen Reiz – kilometerlange Waldpassagen, ständig wechselndes Gelände und das Gefühl, mitten durch einen Märchenwald zu fahren.

Auch sportlich lief es erfreulich. Nach dem Defekt-Aus im Vorjahr gelang diesmal ein problemloses Rennen ohne grobe, technische Zwischenfälle. Die etwas defensivere Fahrweise in den kritischen Abfahrten zahlte sich aus, und so konnte ich über die gesamte Distanz konstant mein Tempo fahren.

Nach 5:03:02 Stunden erreichte ich als 5. der Altersklasse M55+ das Ziel. Damit fehlte am Ende lediglich ein Platz auf einen WM-Qualifikationsrang.

Natürlich kratzt man sich kurz am Kopf, wenn am Ende nur ein Platz auf die WM/EC-Qualifikation fehlt. Andererseits würde die Reise diesmal bis nach Australien führen. Und ganz ehrlich: Für fünf Stunden Schwitzen auf dem Rad ist der Flugaufwand samt Jetlag dann doch ein bisserl zu groß. Da ist es auch nicht schlecht, wenn man stattdessen daheim durch die Wälder rund um Neulengbach und Maria Anzbach flitzen kann

Unterm Strich bleibt ein äußerst gelungenes Rennwochenende, eine deutliche Revanche für das DNF aus dem Vorjahr und ein starker 5. Platz in einem technisch anspruchsvollen UCI-Gravel-Rennen. Manchmal ist ein Rennen ohne Defekt, ohne Sturz und mit einem breiten Grinsen im Ziel eben mehr wert als jeder Qualifikationsplatz.

Full-Race-Video für Indoor-Freaks 😊: https://youtu.be/R_Fdyf4mNKA?si=CkweirRZJgt6plfl

Rennen/Veranstaltungen

Einladung Trailpartie am Muckenkogel 25.4/26.4.2026

Premiere: Trailpartie am Muckenkogel

Lilienfeld, 15. April 2026 – Die entspannteste Mountainbike-Eventserie des Alpenraums – die Trailpartie – bringt Spaß & Geselligkeit beim gemeinsamen Radlfahren erstmals nach Lilienfeld.

Die Zeiten, in denen der Muckenkogel für Mountainbikerinnen tabu war, die sind längst vorbei. Spätestens seit der Eröffnung des Mucki-Trails 2024 sind stollenbereifte Radfahrerinnen am Hausberg von Lilienfeld herzlich willkommen.

150 von ihnen werden sich am Wochenende vom 25. und 26. April von Gastfreundschaft in Lilienfeld und der Qualität vom Mucki-Trail überzeugen können. Dann schlägt nämlich die Trailpartie ihre Zelte am Fuße des Muckenkogels auf. Sie gilt als entspannteste Mountainbike-Eventserie des Alpenraums. Elemente eines Rennens sind zwar vorhanden (ja, auch eine Zeitnehmung), im Vordergrund stehen jedoch das gemeinsame Radfahren, Spaß haben und neue Leute kennenlernen.

Erstmals mit E
Zur Trailpartie kommt man, weil man ein lässiges Wochenende verbringen möchte. Heuer kann man das erstmals auch mit E-Bike.

Ab Samstag Vormittag sind die Strecken markiert und können auf eigene Faust erkundet oder ab 13 Uhr in einer gemeinsame Runde besichtigt werden.

Das erste wirkliche Highlight des Wochenendes steigt von 18 bis 20 Uhr: der Gaudi-Prolog. Dieser Spaß-Bewerb ist für nichts gut, außer um Belustigung und Geselligkeit zu fördern. Die originellen Prolog-Ideen des Trailpartie-Teams sind bei Teilnehmerinnen wie Zuschauerinnen gleichermaßen beliebt. Der gemütliche Abendausklang gehört bei der Trailpartie zum guten Ton.

Für Sonntag hat sich das Format des „Late Start“ bewährt. Um 11.30 Uhr werden die Teilnehmerinnen auf die Strecken geschickt. Wie bei einer Auto-Rallye sind gewisse Abschnitte („Stages“) mit Zeitnehmung versehen (vorrangig bergab). Andere Streckenabschnitte (vorrangig bergauf) werden entspannt absolviert. Dieses Format nennt sich Enduro und hat den Vorteil, dass man sich körperlich verausgaben und trotzdem mit den Mitstreiterinnen noch plaudern kann.

Zwischen 14.30 und 15.30 Uhr werden die Teilnehmerinnen im Ziel eintrudeln und kurz danach die Siegerinnen gekürt. Hier gilt ganz dem Trailpartie-Spirit entsprechend: Wer auf die wirklich großen Preise spitzt, der sollte nicht schnell fahren, sondern auf Glück bei der Tombola hoffen.

Zahlt sich zuschauen aus?
Definitiv. Man bekommt an diesem Wochenende einiges geboten. Das gemütliche Trailpartie-Zentrum gruppiert sich bei der Talstation vom Sessellift Lilienfeld. Dort versorgt Jutta Bollwein alle mit Speis und Trank. ANDA Cycling Collectivebringt exquisite Bikes von Zerode und Starling zum Anschauen und Ausprobieren mit und Silverfish hat die praktischen Produkte von Peaty’s im Gepäck. Für eine reibungslose Navigation sorgt komoot.

Zuschauer-Höhepunkte werden der Gaudi-Prolog am Samstag von 18 bis 20 Uhr direkt an der Sessellift Talstation sein und die Stages am Sonntag von 11.30 bis 15 Uhr, die sich am ganzen Mucki-Trail verteilen. Hier bekommt man das ganze Spektrum an Fahrradbeherrschung vorgeführt.

Wer kann mitfahren?
Grundsätzlich jede*r ab 11 Jahren, der sich den Mucki-Trail zutraut. Und selbst wenn man eine Passage schieben will/muss, ist das bei der Trailpartie keine Schande. Die „Lauser“ (jüngste Kategorie, 11 bis 14 Jahre) werden von einem Guide begleitet, der sich um ihr Wohl kümmert, damit Mama und/oder Papa selbst bei den „großen Kindern“ oder „Dinos“ mitfahren können. Hier findet man alle Infos: https://lines-mag.at/trailpartie/race-calendar-2026/trailpartie-1-26-muckenkogel/

Ein besonderer Dank geht an das Stift Lilienfeld und die Stadtgemeinde Lilienfeld. Ohne ihre Zustimmung und Unterstützung wäre diese Veranstaltung am Muckenkogel nicht möglich.

Rennergebnisse

Rennbericht vom 12.4.2026 Velden 2026: Gravel UCI Worldseries

(Autor: Andreas Müller)


Knapp vorbei ist auch daneben – UCI Gravel World Series Velden 2026

An meinem Geburtstag stand heuer wieder das UCI Gravel World Series Rennen in Velden auf dem Programm. Es gibt wohl angenehmere Arten, seinen Ehrentag zu verbringen als 150 Kilometer lang Staub zu fressen und am Limit zu fahren – viele fallen mir allerdings nicht ein.

Die Bedingungen hätten im Vergleich zum Vorjahr kaum besser sein können. Statt Sturm und Kälte erwartete uns diesmal perfektes Gravel-Wetter. Trocken, schnell und teilweise sogar etwas zu trocken. Vor allem entlang der Drau wurde in den großen Gruppen so viel Staub aufgewirbelt, dass man zeitweise nur noch erahnen konnte, ob vor einem überhaupt noch jemand fährt oder bereits alle in der Staubwolke verschwunden sind.

Die Organisatoren hatten die Strecke gegenüber dem Vorjahr etwas verändert. Eine zusätzliche Eröffnungsschleife mit einem längeren Anstieg sorgte schon früh für eine Selektion im Feld. Gleichzeitig machte sie das Rennen mit rund 150 Kilometern und 1.600 Höhenmetern noch etwas länger und anspruchsvoller.

Die bekannte Sturzstelle aus dem Vorjahr wurde diesmal übrigens mit deutlich mehr Respekt angefahren. Das Ergebnis: Kein einziger Bodenkontakt über die gesamte Renndauer. Man lernt schließlich dazu.

Beeindruckend war erneut das hohe Niveau des Starterfeldes. Trotz längerer Strecke und mehr Höhenmetern war das Rennen insgesamt sogar schneller als im Vorjahr. Lag mein Schnitt 2025 bereits bei beachtlichen 28,4 km/h, standen diesmal 29,5 km/h auf dem Garmin. Der Gravel-Sport entwickelt sich rasant. Von der romantischen Vorstellung, gemütlich mit Bart, Flanellhemd und Abenteuerlust durch die Landschaft zu rollen, ist man bei den UCI Gravel World Series mittlerweile ziemlich weit entfernt.

Für den wohl spannendsten Moment des Tages sorgte allerdings nicht die Konkurrenz, sondern meine Tochter Marlies bei der Betreuung. Offenbar war ich diesmal etwas flotter unterwegs als erwartet, denn an einer Verpflegungsstelle fuhr ich einfach an ihr unbemerkt vorbei, ohne meine Flaschen auffüllen zu können. Nicht weil ich sie übersehen hätte – sondern weil sie mich übersehen hatte. Während ich bereits verzweifelt nach Getränken Ausschau hielt und erste Visionen von Verdursten und Unterzuckerung entwickelte, durfte ich umdrehen und meine eigene Betreuung suchen. Schlussendlich fanden wir wieder zueinander, die Flaschen wurden getauscht und die Jagd konnte weitergehen.

Auch sportlich lief es deutlich besser als im Vorjahr. Die Krämpfe, die mich damals am zweiten langen Anstieg fast zum Stillstand gebracht hatten, blieben diesmal komplett aus. Dadurch konnte ich in einer starken Gruppe mit einigen jüngeren Fahrern bis zum Schluss Druck machen – in Wirklichkeit machten aber die Old-Boys in der Gruppe das Tempo.

Die Stimmung in Velden war wie immer hervorragend. Rund 1.750 internationale Teilnehmerinnen und Teilnehmer sorgten dafür, dass der gesamte Ort ganz im Zeichen des Gravel-Sports stand. Genau diese Mischung aus professionellem Rennsport, großem Starterfeld und entspannter Atmosphäre macht Velden jedes Jahr zu einem besonderen Erlebnis.

Nach 5:04:25 Stunden erreichte ich schließlich als 15. der Altersklasse M55+ das Ziel. Besonders knapp fiel der Kampf um die WM-Qualifikationsplätze aus. Am Ende fehlten gerade einmal zwei Plätze beziehungsweise rund 90 Sekunden auf den letzten Qualifikationsrang.

Natürlich wäre die Qualifikation für die Welt- oder Europameisterschaft ein schönes Geburtstagsgeschenk gewesen. Andererseits: keine Stürze, keine Krämpfe, keine Defekte, eine persönliche Bestleistung in Velden und trotz der kleinen Verpflegungspanne kein Verdursten auf Kärntens Schotterstraßen – damit kann man durchaus zufrieden sein.

Fazit: Wieder ein großartiges Rennen, wieder hervorragende Stimmung und wieder jede Menge Gravelstaub zwischen den Zähnen.

Ergebnisliste:

Rennvideo: https://youtu.be/TlGeRN3If40?si=oXoax4Vw22KWNyXt

2026-04-12VELDEN
Rennergebnisse

Gravel Saisonstart 2026 im Schlamm – Santa Vall Gravel Etappenrennen in Girona (Spanien) 14.2.2016 

Rennbericht von Andreas Müller:

In der ersten Februarwoche verbrachte ich mit meiner Familie einen Radurlaub in Moraira nahe Calpe an der spanischen Costa Blanca. Rennradfahrer kennen die Region natürlich wegen des legendären Col de Rates, wo sich Profis und ambitionierte Hobbyfahrer regelmäßig um die Strava-KOM Krone duellieren. 

Die Gegend ist ein echtes Eldorado für Rennradfahrer und eine durchaus ernstzunehmende Alternative zu Mallorca – vielleicht sogar etwas anspruchsvoller. Besonders angenehm fällt dabei auf, dass spanische Autofahrer Radfahrern deutlich mehr Verständnis entgegenbringen als man es teilweise von zuhause kennt. Im bergigen Hinterland ist der Autoverkehr ohnehin minimal – perfekte Bedingungen für viele schöne Trainingskilometer. 

Das Wetter war zwar etwas kühler als normalerweise um diese Jahreszeit, aber die Sonne ließ sich dennoch oft blicken und so konnten wir die Ausfahrten in vollen Zügen genießen. 

Gravelsaison eröffnet 

In der zweiten Urlaubswoche ging es weiter nach Sant Gregori bei Girona, wo am 14. Februar mit dem Santa Vall by The Traka die Gravelsaison 2026 eröffnet wurde. Gleichzeitig ist das Rennen Teil der Gravel Earth Series, die mittlerweile ähnlich populär geworden ist wie die UCI Gravel World Series. 

Das Starterfeld konnte sich sehen lassen: 

Namen wie Romain Bardet, Michael Woods oder der amtierende Gravel-Europameister Mads Würtz Schmidt standen am Start. 

Graveln hat sich also endgültig im Leistungssport etabliert – und für uns Hobbyfahrer hat es natürlich einen besonderen Reiz, wenn man im gleichen Rennen mit Weltklasse-Elitefahrern unterwegs sein darf. 

Für mich war es außerdem das erste Etappenrennen über zwei Tage, also auch eine neue Erfahrung in Sachen Kräfteverteilung, Ernährung und Regeneration. 

Schlamm, Sand und Zahnpasta 

Die erste Etappe hatte es allerdings in sich. Am Vortag hatte es den ganzen Tag geregnet und dadurch verwandelten sich einige Streckenabschnitte in regelrechte Schlammpisten. Besonders ein ca. 15 km langer Abschnitt entlang eines Flussbettes wurde zum echten Härtetest. 

Teilweise ging es knöcheltief durch Morast – bei Tempo knapp über Schrittgeschwindigkeit. Dabei bekam man regelmäßig eine ordentliche Portion Girona-Schleifsand ins Gesicht gespritzt. Da man bei der Belastung natürlich durch den Mund atmen musste (mit Nasenatmung wäre man nicht sehr weit gekommen), knirschte der Sand dann auch zwischen den Zähnen gleich mit – eine kostenlose Zahnreinigung inklusive. 

Die Elitefahrer nahmen es übrigens noch direkter: Sie durchquerten die Flüsse oft auf der kürzesten Linie und standen dabei teilweise bis zur Hüfte im Wasser. Wir Amateure entschieden uns meist für die etwas konservativere Variante und kämpften uns über die seitlichen Ufer entlang. 

Ein ungelöstes Problem blieb allerdings die Brille. Wenn von oben bis unten alles mit Schlamm und Schleifsand bedeckt ist, stellt sich irgendwann die Frage: Wie bekommt man die eigentlich wieder sauber? 
Meine pragmatische Lösung: mehrmals mit der Zunge abschlecken und den Dreck gleich als improvisierte Zahnpasta weiterverarbeiten. Funktioniert erstaunlich gut. 

Starkes Ergebnis – kaputtes Material 

Trotz der Bedingungen war die Strecke großartig: schnelle Gravelpassagen, Flussdurchquerungen, lange Schlammsektoren, wellige Asphaltstücke und einige technisch anspruchsvollere Downhills – eine perfekte Mischung für ein spannendes Rennen. 

Die erste Etappe über 120 km und rund 1700 Höhenmeter konnte ich schließlich etwas überraschend auf Platz 5 meiner Altersklasse beenden – wobei das Feld durch Defekte und Aufgabe bereits deutlich ausgedünnt war. 

Mein Gravelbike klang nach diesem Tag allerdings wie ein Sack Schrauben. Der Schlamm, die Nässe und der feine Schleifsand hatten dem Antrieb massiv zugesetzt. Zuhause stellte sich dann heraus, dass tatsächlich Kette, Kurbel und Umlenkrollen erneuert werden mussten. 

Und auch die Reinigung nach dem Rennen hatte es in sich: 
Eine Stunde Rad putzen – eine Stunde wertvolle Regeneration geopfert. 

Nervenkitzel auf Etappe 2 

Mit Platz 5 im Rücken wurde die zweite Etappe plötzlich ziemlich spannend, da die Zeitabstände nach vorne und hinten nicht besonders groß waren. 

Bei perfektem Wetter ging es mit Vollgas in den ersten langen Anstieg. Anfangs fühlten sich die Beine noch gut an, aber später auf einer schnellen Flachpassage musste ich die Gruppe ziehen lassen – vielleicht hatte ich im Anstieg doch ein wenig zu viel investiert. 

Zur Hälfte meldete sich auch mein Antrieb wieder lautstark zu Wort. Also hieß es: vorsichtig treten, sauber schalten und bloß keinen Blödsinn machen, damit das Rennen nicht doch noch mit einem DNF endet. 

Am Ende konnte ich Rang 5 in meiner Altersklasse verteidigen und war nach zwei intensiven Renntagen mehr als zufrieden. 

Familien-Support und ein neues Abenteuer 

Optimal betreut wurde ich an beiden Tagen von meiner Marlies, die mich hervorragend unterstützt hat – vielen Dank dafür! 

Da ich mir im Winter beim Indoortraining regelmäßig Gravel-Rennvideos auf YouTube anschaue, habe ich mir für 2026 vorgenommen, meine eigenen Rennen ebenfalls zu filmen. Das bringt zwar etwas zusätzlichen Stress während des Rennens, aber für den ersten Versuch sind die Videos ganz gut gelungen. 

Wer Lust hat, kann sich die beiden Etappen auf meinem YouTube-Kanal ansehen (und BITTE ABONIEREN!). 

Stage 1: https://youtu.be/vjYSoqSfFhs?si=8jsRzD15qs13qZE3 

Stage 2: https://youtu.be/tHgHxx7C-YA?si=P3wg1HZRGSY3GXyp 

Am Ende bleibt vor allem das Gefühl, ein außergewöhnliches Abenteuer erlebt zu haben. Girona wird mich sicher wieder sehen. Das TRAKA wartet noch! 

Und so ging der Februarurlaub schneller zu Ende als einem lieb ist – ehe man sich versieht, taucht man wieder im Berufsalltag auf. Immerhin: Zuhause war das Winterwetter inzwischen deutlich erträglicher als der endlose Nebel von November bis Jänner. 

Rennergebnisse

Pannonia Gravel 19.10.25

Unsere Teilnehmer auf der 73 km / 1150hm – Strecke:

Andreas Müller (Kat 55-64): 2:37:44 Platz 4 in der Alterskategorie und Platz 35 Gesamt (von 170)

Paul Rosner (Kat 45-54): 2:51:57 Platz 14 in der Alterskategorie und Platz 66 Gesamt

Ergebnisliste komplett hier klicken

Nachtrag von Andreas Müller:

Beim Gravel Pannonia standen wir diesmal zu zweit für den RC Neulengbach am Start – top motiviert, aber leicht bibbernd. Sonnenschein hin oder her: Knapp über 0 Grad sind selbst für hartgesottene Gravelbiker eine Ansage.

Paul erschien hochmotiviert im kurzen Trikot an der Startlinie – gefühlt schon im Rennmodus. Andreas hingegen war da bereits mitten im ersten ungeplanten Abenteuer des Tages.

Das Hosen-Drama vor dem Start 😅

Wie fast immer war am Vorabend alles sorgfältig ins Auto gepackt worden. Fast alles.
Ein wesentliches Detail blieb zu Hause: die Radhose.

Ein Gravelrennen über knapp drei Stunden in Jeans? Das wäre wohl eine nachhaltige Überbelastung für den „lieben Popo“ geworden. Also blieb nur Plan B: schnorren. Am Parkplatz zogen sich gerade andere Teilnehmer um – also fragte Andreas höflich herum, ob vielleicht jemand eine Ersatzhose mithätte.

Warum sollte jemand mit zwei Hosen zum Rennen kommen?
Ganz einfach: Wenn man weiß, dass man regelmäßig am Treppchen steht und zur Siegerehrung eine frische Garnitur tragen möchte.

Und tatsächlich – beim sechsten Versuch wurde Andreas fündig: Alfred Lechnitz, österreichische Radsportlegende, half spontan aus. Er selbst landete später in der Ü65-Klasse standesgemäß auf Rang 3 – diesmal allerdings mit einer „Rennversion“ der Hose bei der Siegerehrung. Hier nochmals ein herzliches DANKE!

Fast hätte Andreas der geliehenen Hose alle Ehre gemacht und ebenfalls einen Treppchenplatz geholt – am Ende wurde es knapp die „Blechene“. Starkes Rennen, aber das Podium blieb diesmal außer Reichweite.

Gravel-Premiere mit Kampfgeist 💪

Für Paul war es das erste Gravelrennen überhaupt – und er war vom Speed und den Positionskämpfen in der Startphase sichtlich geflasht. Trotz zweimaligem Ausflug ins Grüne ließ er sich nicht aus der Ruhe bringen.

Am Ende stand ein hervorragender 14. Platz in der Altersklasse – ein starkes Debüt, das definitiv Lust auf mehr macht.

Fazit:
Kalte Temperaturen, Hosen-Drama, zwei Abgänge und trotzdem Top-Leistungen – Gravel Pannonia hatte alles, was ein echtes Rennabenteuer ausmacht. RC Neulengbach war jedenfalls würdig vertreten. 

2025-10-19Pannonia

Rennergebnisse

2025-09-21 Cyclocross Auftakt Maria Enzersdorf

Bei großer Hitze um die 30 Grad war in der Südstadt Auftakt der Cross Saison, die heuer Rund 16 Rennen umfasst.

Bei einem starken Starterfeld (Rund 60 Fahrern), kam ich für meine Verhältnisse sehr gut weg und konnte meine Position halten, nach den ersten Runden (zu meiner Überraschung), sogar den ein oder anderen Platz gut machen.

Bei einer steilen bergauf Schrägfahrt meinte es das Schicksal leider nicht gut mit mir und ein Konkurrent verlor das Gleichgewicht und landete mit seinen Stohlenschuh auf meinem Vorderreifen. Zum Glück kam ich nicht zu Fall, nach dem Anstieg wollte ich voller Elan mein Rennen fortsetzen, aber mein Vorderreifen war leider platt.

Nach Rund 30 Minuten war der Saisonstart für mich dann wieder vorüber.
(Text und Bilder von Manfred FUGER)

Ergebnisse hier klicken

2025-09-21CyclocrossMariaEnzersdorf

Allgemein

Nachtrag: ÖM Radmarathon 2025 – Waidhofen an der Thaya (27.7.25)

Rennbericht von Andreas Müller:

Am 27. Juli 2025 wurde im niederösterreichischen Waidhofen an der Thaya der österreichische Staatsmeistertitel im Radmarathon vergeben – also definitiv eine Reise wert. Am Vorabend wurde alles vorbereitet und ins Auto gepackt, zeitig ging es in der Früh los. Ein Radar-Foto auf der Ortsumfahrung sorgte allerdings schon vor dem Start für zusätzliche „Motivation“ – entsprechend gut gelaunt stellte ich mich in die Startbox.

Nach dem neutralisierten Start aus der Stadt wurde das Feld rasch freigegeben – und sofort ging es mit hohem Tempo zur Sache. Erste Gruppen bildeten sich schnell. Nach rund 15 Kilometern kam es in meiner Gruppe zu einem Massensturz, der das Feld ordentlich durchmischte. Ich konnte dem unmittelbaren Epizentrum zwar entkommen, doch das Loch zur Spitze war bereits aufgegangen und nicht mehr zuzufahren.

Nach einer kurzen Phase der Neuordnung formierte sich wieder eine starke Gruppe, und wir nahmen den welligen Kurs mit konstant hohem Tempo in Angriff. Die Amateur-Elite war am Start – einem ÖM-Rennen absolut würdig.

Über die 100 Kilometer mit rund 1.200 Höhenmetern fuhr ich mit einer Normalized Power von 299 Watt, meinen bisher höchsten Rennwert. Der Intensity Factor von 0,944 zeigt, dass ich nahezu alles gegeben habe – mehr geht an so einem Tag kaum. Nach knapp drei Stunden Vollgas bedeutete das immerhin Rang 11 in der Altersklasse, sowie Platz 6 in der ÖM-Wertung.

Den Sieg in der Altersklasse und damit den ÖM-Alterklassen-Staatsmeistertitel holte sich Erich Mahringer vom insideAx Tom´s IT UCT OÖ.

Ein intensiver, hochklassiger und fordernder Renntag – mit persönlicher Bestleistung und einer Performance, die einer Staatsmeisterschaft zumindest würdig war.

Rennergebnisse

Rennbericht: Wachaumarathon 2025-07-13

13. Juli 2025

Wachauer Radmarathon 2025 – Familienpower auf der Power-Strecke


Ein Klassiker unter den Radmarathons in Niederösterreich und ein Fixpunkt im Rennkalender: Der Wachauer Radmarathon lockte auch heuer wieder rund 2.700 Teilnehmer:innen auf drei Distanzen an – „Light“ (53 km), „Power“ (100 km) und „Champions“ (200 km).

Für den RC Neulengbach standen Andreas und Matthias Müller gemeinsam an der Startlinie der Power-Strecke (100 km) – doch gemeinsam unterwegs waren sie nicht lange …

Wachauer Radmarathon: Vater-Sohn-Duell – mit klarem Ausgang 😉

Für Matthias, der erst in seinem zweiten Radsportjahr steht, war das Ziel klar: Ein Platz in den Top 100 der Gesamtwertung. Nach dem neutralisierten Start wurde das Tempo ab Weißenkirchen ordentlich angezogen – und am ersten Anstieg Richtung Mühldorf ließ Matthias seinen Vater bereits stehen. In einer der vorderen Gruppen arbeitete er sich entschlossen den langen Anstieg hinauf, während Andreas im Verfolgerfeld weiterfuhr.

In der Abfahrt zur Donau formierten sich größere Gruppen, doch die Entscheidung fiel im letzten Drittel: Der Dunkelsteinerwald mit seinen fordernden Anstiegen sortierte das Feld endgültig.

Ergebnis: Ziel erreicht – und die Club-Ehre neu verteilt!

NameAltersklassePlatz AKGesamtplatzZeitSchnitt
Matthias MüllerAK Männer80. von 48595. gesamt2:53:1536,02 km/h
Andreas MüllerAK 55–595. von 101120. gesamt2:57:1935,19 km/h

Gewonnen hat Maximilian Kuen in 2:41:57 (38,53 km/h).

Fazit:

Ziel erreicht, persönliche Bestleistung geknackt – und Papa zum ersten Mal geschlagen!
Ab sofort darf Matthias bei den Clubausfahrten ganz offiziell in der ersten Reihe fahren 😉.
Gratulation an beide – starke Leistung und tolle Teamleistung im Doppelpack

2025-07-13Wachaumarathon

(Text und Bilder von Andreas Müller)

Rennergebnisse

Rennergebnis: 2025-07-06 Gravel World Series Singen

Hitzeschlacht in Hegau – Gravel World Series in Singen

Nach dem Rennen in Polen stand das nächste Gravel-Event für Andreas M. auf dem Programm – diesmal in Deutschland, genauer gesagt in Singen, das vor allem durch seine MTB-Marathonrennen bekannt geworden ist. Nicht zuletzt, weil hier 2017 der Österreicher Alban Lakata seinen dritten Marathon-Weltmeistertitel gewann – ein junger Mathieu van der Poel landete damals übrigens auf Rang vier.

2025 war Singen nun Austragungsort eines Rennens der UCI Gravel World Series – 100 km mit über 2.000 Höhenmetern durch das Vulkanland im Hegau, verteilt auf zwei selektive Runden einer anspruchsvollen Strecke unter hochsommerlichen Bedingungen.

Die Strecke hatte es in sich:

Zahlreiche kurze, aber steile Anstiege, unzählige Schotterkurven und kaum Möglichkeiten zum Windschattenfahren machten das Rennen besonders fordernd. Dazu kam die hochsommerliche Temperatur, die den Fahrern alles abverlangten.

Ein Zwischenfall in der ersten Runde führte zu einer rund 30-minütigen Rennunterbrechung: Ein schwerer Sturz erforderte den Einsatz eines Rettungshubschraubers. Eine solche Situation hinterlässt Spuren – ab diesem Moment wurde jede Abfahrt und Kurve mit mehr Respekt genommen.

Das Ergebnis für den RC-Neulengbach:

NameAltersklassePlatz AKZeit
Andreas M.AK 55–5925. von 454:47:58 (wobei ca. 30 Minuten durch den Rettungseinsatz hinzukamen)

Zum Vergleich: Der Sieg in dieser Altersklasse ging – wie schon in Velden – an Ex-Profi Mauro Bettin in starken 3:47:21.

In der Elite-Kategorie (70+ Starter) sicherte sich Mathijs Loman (A.S.D. SWATT CLUB) den Sieg in 3:10:45, Alban Lakata belegte den 18. Rang in 3:16:29 (allerdings ist er um 20! Jahre älter als der Sieger).

Fazit:

Singen war hart, heiß und herausfordernd – ein echter Gravel-Test im Weltcup-Format. Gratulation an Andreas für die starke Leistung unter diesen Bedingungen!

Text und Bilder von Andreas Müller